Bergsprint 2013 Walzenhausen

GP – Mutschellen 4. Mai 2014

Mit meiner frühen Anmeldung gelang es mir einen Startplatz zu sichern, denn nur wenige Veranstalter sind in der Lage für alle Beteiligten ein Smile auf die Gesichter zu zaubern. Nicht immer war der Wettergott ein Oldtimerfan, aber in diesem Jahr hat wirklich alles geklappt. In der Woche vor dem GP stand mein Renner mit Regenreifen in der Garage und erst am Samstag vor dem Rennen wechselte ich auf Trockenreifen.

Kurz nach 05:00 Uhr machte ich mich auf den Weg, um frühzeitig im Rennpark zu sein, denn die Platzverhältnisse sind sehr eng. Als der Park um 06:00 Uhr offiziell geöffnet wurde, stand mein Prinz schon an seinem Platz. Der Rest ging schnell – Dokumentenkontrolle – Fahrzeug-Abnahme – Startnummer mir Veranstalterwerbung aufkleben. Anschliessend schlüpfte ich in meinen Renndress und vor der Fahrerbesprechung hatte ich noch Zeit für einen Kaffee mit anschliessendem „Pissstop“. Hans-Ueli Christen (Präsident der Sportkommission) richtete am Briefing humorvolle Worte an die Fahrer und appellierte an die Disziplin der Teilnehmer. Zurück im Fahrerlager wurde unser Feld 2 aufgerufen, sich für den ersten Lauf bereit zu machen. Für mich hiess das den Motor aufzuwärmen, denn eine steife Biese war verantwortlich für die tiefe Lufttemperatur. Willig sprang der Motor an und folgte den Befehlen vom Gaspedal. Viel Zeit blieb nicht und schon hiess es Helm auf, Kamera an, Einsteigen, angurten und vorziehen zum Vorstart. Der Zuschaueraufmarsch war enorm und unzählige Schaulustige säumten die Zufahrt zum Start. Die automatische Gesichtserkennung hatte ich ausgeschaltet, denn es war meine letzte Gelegenheit auf unschöne Geräusche zu achten und die Bordinstrumente zu checken. Schon bald stand ich auf der Startlinie und der Starter (Walter Gigli) wischte mir das letzte Staubkorn von der Windschutzscheibe – ein echter Freundschaftsdienst. Nachdem mir die Startflagge die Sicht auf die Strecke freigab, spannte ich den Antrieb, brachte den Motor auf 5000 U/min und schloss mit der Kupplung gefühlvoll den Kraftfluss. Die Reifen der Hinterräder suchten vergeblich nach Haftung und so ging es mit durchdrehenden Rädern auf die Reise. Bei 8000 U/min sorgte der 2. Gang für Vortrieb und das wiederholte sich bin in den 4. Gang. Mit Vollgas passierte ich den unteren Zuschauerraum bis zur Bremsschikane vor der Spitzkehre nach links. Die Schikane meisterte mein Prinz im 2.Gang, dann kurz in den 3. und im 2. durch die Spitzkehre. Jetzt folgte die Vollgaspassage im 4.Gang unter dem oberen Zuschauerraum durch bis zur Zielkurve, die im 2.Gang gefahren wurde. Bis zum Warteraum gönnte ich dem Motor einige tausend Umdrehungen weniger und vor der Rückführung eine kurze aber verdiente Verschnaufpause.  Hier stand ich den Fragen der interessierten Zuschauer Rede und Antwort. Die Rückführung war ein Spiessrutenlaufen der Gefühle, denn erst jetzt nahm ich die vielen Zuschauer wahr die uns zujubelten und begeistert winkten. Mein Schreihals lockte viele Zuschauer ins Fahrerlager, die ehrfürchtig vor der geöffneten Motorhaube standen und dann hagelte es Fragen.

Dieser Ablauf wiederholte sich vier Mal und das Interesse an meinem NSU erfüllte mich mit Stolz. Die jungen Interessierten erkundigten sich nach der Herkunft und was das Kürzel NSU bedeutet und die ältere Generation schwärmte von den alten Zeiten. Viele meiner Freunde fanden den Weg nach Rudolfstetten und ich möchte mich auf diesem Weg bei ihnen für ihr Kommen bedanken. Der gut organisierte Event bleibt vielen Besuchern in bester Erinnerung – mir geht es auf jeden Fall so und ich freue mich jetzt schon auf eine Wiederholung!

Mit luftgekühlten Grüssen

Charly Aegerter

Bergsprint 2013

Eine frühe Anmeldung für diesen beliebten Event war zwingend, um sich einen Startplatz zu sichern, was mir als einziger NSU-Fahrer gelang. Das OK hat ein attraktives Teilnehmerfeld zusammengestellt und ich freute mich mit meinem NSU zu den Auserwählten zu gehören. Die Strecke von Walzenhausen nach Lachen ist nicht zu vergleichen mit Altbüron in Sachen Steigung und Streckenführung - aber nun der Reihe nach.

Nach Altbüron blieben mir 2 Wochen, um meinen Renner für diesen Bergsprint am Bodensee vorzubereiten. Ausser dem üblichen Check nach jedem Rennen, musste ich die Untersetzung ändern, um am Start vernünftig in Schwung zu kommen. Die Vorbereitung verlief nach Plan und am Freitag vor dem Rennen stand mein Rennprinz verpackt und verschürt auf dem Trailer. Am Nachmittag nahm ich die Reise nach Walzenhausen unter die Räder und traf um ca. 15.00 Uhr bei der Dokumentenkontrolle, zwischen Rheineck und Walzenhausen, ein. Der OK-Präsident, Erwin Steingruber, begrüsste mich persönlich und freute sich über meine Teilnahme. Anschliessend fuhr ich nach Walzenhausen ins Fahrerlager und bezog meinen zugewiesenen Platz. Die technische Kontrolle erfolgte vor Ort und kurze Zeit später war alles bereit für das Rennen.

Am Samstag stand um 08.30 h meine erste Bergfahrt auf dem Programm und ich war der erste Starter im Feld – Polposition. Um 07.45 h stand ich bei herrlichem Wetter am Vorstart und hinter mir reihten sich die Teilnehmer vom Feld 1 ein. Ein Rollerfahrer führte das Feld ins Zentrum von Walzenhausen zum Wendepunk beim Busbahnhof und weiter zum Start. Die Strecke wurde gesperrt und bald darauf winkte mich der Starter zur Startlinie. Jetzt ging alles blitzschnell – als die Schweizerflagge mir die Sicht freigab, steigerte ich die Motordrehzahl auf 5000 U/min, spannte den Antrieb und los ging die Post. Die Räder drehten durch und das Heck rutschte nach rechts, doch das Gaspedal blieb unten. Eine Lenkkorrektur nach rechts brachte mich wieder auf Kurs und schon war der zweite Gang drin. Im 3. Gang fuhr ich auf die erste Mutprobe zu, eine Doppel-Links-Kurve in den ersten Wald. Nach einer kurzen Geraden wartete eine Rechtskehre und 100m später führte eine Linkskurve zum Wald hinaus direkt in die rechtsdrehende „Badikurve“, die am Ende enger wurde. Mit viel Schwung ging es dem Hang entlang zu einem flachen S, das in den zweiten Wald führte. Das Licht wechselte schnell von hell auf dunkel und der Bremspunkt für die Spitzkehre nach links war nicht einfach zu treffen. Ein schnelles S führte zum Wald raus und im 3. Gang ging es mit Vollgas durch eine lang gezogene Linkskurve zwischen den Häusern durch. Die folgende Gerade liess den 4. Gang zu, die in eine lang gezogene Linkskurve mit einer gemeinen Bodenwelle mündete. Es folgte eine kurze Gerade und dann war die Zielkurve nach links im Visier. Anbremsen und Runterschalten bis in den 2. Gang und unter Last durch die Kurve ins Ziel. Die Auslaufzone führt mitten durch Lachen und ist auf 30 km/h beschränkt – massive Tempoüberschreitungen wurden der Rennleitung gemeldet und der Entscheid ist gnadenlos. Im Warteraum für die Rückführung kamen die Zuschauer zu den Fahrern und fragten was das Zeug hielt über Technik, Fahrzeugalter, warum und wieso. Laufend guckte ich in Kameraobjektive, unwissend was diese gerade im Visier hatten – Situationen die unter die Haut gingen. Die Rückführung erfolgte über die Strecke und die begeisterten Zuschauer winkten uns zu. Jeder Fahrer kam sich vor wie ein kleiner Gladiator und motivierte sich für den nächsten Lauf – die Einen etwas zu viel.

Dieser Ablauf wiederholte sich bei jedem Lauf und dank der perfekten Organisation und der Disziplin der Teilnehmer konnte der Zeitplan eingehalten werden. Was zurück bleibt, sind tolle Erinnerungen und der Wunsch beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.

 

Mit luftgekühlten Grüssen

Charly

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Neueste Kommentare

20.08 | 20:17

Besitzer von NSU 1000 TT 1966 / NSU 1200 TT 1971 / würde mich freuen dabei zu sein

...
14.08 | 17:02

Super tolle Seite!

Viel Spass mit NSU

...
19.09 | 14:14
NSU Club Schweiz erhielt 1
16.09 | 16:21
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